In den letzten drei Wochen wurden Massen von Flomen und Speck, Äpfeln und Zwiebeln nach Redlin geschafft. Die Herdplatten in den Küchen liefen heiß; manche improvisierten eine Sommerküche auf der Terrasse.
Das Dorf im Schmalzfieber. Alle möglichen Varianten kamen dabei heraus: weiß und braun, mediterran und vegan. Die Kreativität kannte keine Grenzen. Das zünftige Brot wurde aus Siggelkow bezogen. Zwar nicht mehr Redlin, aber immerhin beim Hausbäcker der Redliner. Auch der gewünschte Saft wurde „importiert“. Aus Groß Niendorf.

Regional. So etwas gilt viel in Berlin. Wo auch veganes Schmalz hoch im Kurs steht. Sehr hoch. So dass Engpässe entstanden. 

Die spinnen, die Berliner.

Doch der Reihe nach. Am Morgen des 24.5. rollte ein Konvoi aus Redlin über die A24 und die Innenstadtstraßen direkt vor den Reichstag. Viel Platz. Eine perfekte Organisation. Nach und nach vergrößerte sich die Mitarbeiterzahl auf über zehn und es wurde fleißig vorbereitet: Schmalzstullenschmierstation, Verkauf Säfte, Verkauf Stullen, Diashow zu Redlin, Informationstische vor dem geräumigen Zelt der Kirchengemeinde.

Dekoration und Hingucker waren zwei blitzblanke, chromblitzende Bikes, die manchen Kirchentagsbesucher mehr anzogen als alles andere. Damit und mit unserem persönlichen Outfit wollten wir ausdrücken, dass Bikerclub, Feuerwehr und Förderverein an einem Strang ziehen, wenn es um die Renovierung und Erhaltung unserer Dorfkirche geht. Und so trugen wir den Kirchturm auf dem Bauch, das blaue Shirt der Feuerwehr und die lederne Bikerkluft. Je nachdem. Bunt, aber mit Engagement.

Beim Anbruch der Dunkelheit waren wir ausverkauft. Selbst die Brotanschnitte waren geschickt unter die Leute gebracht. Die Mitstreiter im Alter zwischen neun und siebzig ziemlich geschafft. Aber noch war Programm und dann Abmarsch der Besucher. Da hieß es sich in Geduld zu üben.

Das Abräumen ging schnell von der Hand. Schließlich war alles in den Fahrzeugen verstaut und der Konvoi verschwand wieder in der Nacht Richtung Heimat. Inzwischen war es Mitternacht. Wer wann ins Bett gekommen ist, kann der Chronist nur vermuten. 

Ein großer Erfolg für so einen kleinen Ort. Initiiert und begleitet wurde das Projekt von Frau Kloss, die Bewohner hat Herr Widdecke in Schwung gebracht. So half am Ende rund die Hälfte der Bevölkerung in irgendeiner Form mit. 

Rechnen Sie das mal auf Berlin um!!!

Es dankt allen Beteiligten und der Agrargenossenschaft: 

Andreas Klumpp, für den Förderverein Kirche Redlin e. V.

Übrigens: Fast 500€ unterm Strich für die Dorfkirche Redlin!